Höhlenklima

 

Ein Charakteristikum dieser größten Höhle Tirols ist die Tatsache, dass der Eingang direkt unter dem Spannagelhaus zugleich der oberste Punkt des Höhlensystems ist. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es befahrbare Fortsetzungen weiter hinauf gibt, da der Hochstegenmarmor nach Süden unmittelbar hinter dem Spannagelhaus sichtbar auskeilt.

Über diverse Zufuhrwege der Luft in die unteren Höhlenteile, besonders in das Nordsystem, ist wenig bekannt. Tatsache ist jedoch, dass besonders im Nordsystem Wetterführung spürbar ist. Diese kann in eng begrenzten Passagen wie dem Klufttunnel oder dem Kolkgang, noch deutlicher jedoch im Bereich der Sandschlüfe oder des Nadelöhrs, durchaus unangenehme Windstärken erreichen.

Die Bewetterung der Spannagelhöhle folgt dem Kamineffekt: Ist die Außenlufttemperatur niedriger als die der Höhlenluft, also unter ca. +2 °C, steigt die wärmere Höhlenluft im System auf und strömt am Eingang relativ warm aus. Bei umgekehrten Temperaturverhältnissen kehrt sich diese Zirkulation um.

Diese jahreszeitlich wechselnde Bewetterung lässt sich gut mit einem automatischen Temperaturmessgerät aufzeichnen, das etwa 50 m hinter dem Eingang im Eingangslabyrinth der Schauhöhle angebracht wurde.

Während der kalten Jahreszeit herrschen im Schauhöhlenteil ziemlich einheitlich niedrige Temperaturen zwischen +1,0 und +1,5 °C. Die Luft hatte auf ihrem Weg durch das verzweigte Höhlensystem genügend Zeit, sich der dortigen Gesteinstemperatur anzunähern. Die gemessenen Werte stimmen auch sehr gut mit jenen in entfernteren und tieferen Höhlenteilen überein.

Die auf diesem Untergrundspektrum aufsitzenden Spitzen markieren jene Zeiten, zu denen Außenluft von oben zumindest bis in die Schauhöhle vordringen konnte.

Das erste „Kippen“ der bergwärts gerichteten Zirkulation fand im Jahr 1999 am 27. Mai, im Jahr 2000 bereits am 11. Mai und im Jahr 2001 am 22. Mai statt. Die Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass dieses erste „Kippen“ nicht dauerhaft war und die Bewetterung nochmals fast auf „Winterbetrieb“ zurückkehrte: am 20. Juni 1999, am 18. und 29. Mai 2000 sowie zwischen 3. und 21. Juni 2001.

Unmittelbar danach beginnt die Luft endgültig oben bergeinwärts zu strömen. Am Messpunkt, immerhin ein gutes Stück vom Eingang entfernt und ca. 2510 m über Meeresniveau gelegen, wurden beachtliche Plusgrade von bis zu +7 °C gemessen, etwa vom 16. bis 21. August 2000 oder am 2. August 2001.

Das nunmehrige Temperaturmuster ist ein direktes Abbild des oberirdischen Temperaturverlaufs. Selbst in einigen Zehnermetern Tiefe in der Schauhöhle lässt sich aufgrund der deutlichen Bewetterung der Temperaturverlauf des Sommerhalbjahres detailliert mitverfolgen.

Generell zeigt der Sommer einen Trend ansteigender Temperaturen bis zu einem Maximum im August, gefolgt von einer graduellen Temperaturabnahme und dem Übergang zur aufsteigenden Zirkulation, meist ab Anfang November. Dass dieser Temperaturverlauf nicht immer einheitlich ist, zeigt das Jahr 2000 mit einem ausgeprägten Tiefpunkt in der ersten Julihälfte. Auch das Jahr 2001 weicht ab: Nach hohen Augusttemperaturen sanken die Werte Anfang September stark ab und erholten sich erst in der ersten Oktoberhälfte wieder einigermaßen.

Wie weit lassen sich diese Temperaturanomalien nun in Richtung Höhleninneres feststellen? Die nächste automatisch aufzeichnende Messstelle befindet sich bereits ein gutes Stück im Berg, und zwar in der Hermann-Gaun-Halle, etwa 365 m direkte Luftlinie vom Eingang entfernt. Dort lassen sich innerhalb der Auflösung des Gerätes keinerlei witterungsbedingte Schwankungen mehr feststellen; die Temperatur bleibt konstant bei etwa +1,3 °C.

Vermutlich hat sich bereits im oberen Kolkgang die Lufttemperatur so weit an jene des Gebirges angeglichen, dass oberflächliche Variationen nicht mehr erfasst werden können. Messreihen aus diesen Höhlenteilen zeigen monoton stabile Werte, unterbrochen nur von kleinen, sehr kurzzeitigen Spitzen, die die geringe kurzfristige Erwärmung durch vorbeikommende Höhlenforscher anzeigen.

Messungen der relativen Luftfeuchtigkeit ergaben, dass in sämtlichen eingangsfernen Teilen eine nahe der Sättigung liegende Feuchte vorherrscht. Im Winterhalbjahr kann sie durch nachlassende Tropftätigkeit geringfügig auf 96 bis 97 % absinken.

Der Kohlendioxidgehalt der Höhlenluft, ein Maß für die Beschaffenheit des Bodens oberhalb der Höhle, ist dem atmosphärischen Wert in dieser Höhenlage sehr ähnlich und zeigt keinerlei systematische Schwankungen. Dies ist vermutlich ein Resultat der primär geringen Konzentration, bedingt durch die geringe alpine Bodenmächtigkeit, sowie der guten Luftzirkulation und Luftdurchmischung.

TÄGLICH TOUREN & FÜHRUNGEN

Schauhöhlenführung ca. 1 Stunde
im Mai auf Anfrage

ohne Anmeldung:
ab 01.06. täglich um 12:00, 13:00 und 14:00 Uhr
ab 10.07. täglich 10:00 bis 15:00 Uhr zur vollen Stunde
ab 10.09. täglich um 11:00, 12:00, 13:00 und 14:00 Uhr
15.10. - 30.04.
täglich um 12:00, 13:00 und 14:00 Uhr - Samstag Ruhetag


leichte Tour ohne Klettern
gänzjährig mit Voranmeldung


sportliche Trekkingtour mit Klettersteig
Anfang Juni bis Ende November mit Voranmeldung 

 

Änderungen vorbehalten



KONTAKT

SPANNAGELHÖHLE

Familie Anfang

6293 Tux

T +43 5287 87251

[email protected]

www.spannagelhoehle.at


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WICHTIGER HINWEIS
Die Spannagelhöhle befindet sich am Hintertuxer Gletscher etwas unterhalb der Sektion II Tuxer Fernerhaus, direkt beim Spannagelhaus.
Für die Auffahrt mit der Gletscherbahn und den Weg zur Höhle bitte mindestens 40 Minuten einplanen.

Winterfeste Kleidung und Schuhe nötig, ggf. Wanderstöcke!

🐾 Hunde sind in der Höhle nicht erlaubt!